Wenn Theater zum Gespräch wird: „EXTREME“

„EXTREME“ inszeniert eindrucksvolle Bilder mit Rettungsdecken, regt zur Reflexion über persönliche und gesellschaftliche Extreme an und schafft Begegnungen

Laut, wild und bestimmt: Elf junge Erwachsene zwischen 20 und 27 Jahren haben sich drei Monate lang mit dem Thema EXTREME auseinandergesetzt und ihr Ergebnis am 14. und 15. Juli 2026 in zwei ausverkauften Vorstellungen in der Waggonhalle präsentiert.


Das Bewegungstheaterprojekt des Vereins ACTeasy e.V. entstand in Kooperation mit ecstatic.cuties. e.V.: Über mehrere Monate hinweg traf sich die neu gefundene Gruppe zu
wöchentlichen Proben sowie zwei intensiven Probenwochenenden in der Waggonhalle. Unter der Leitung von Jane Dreiss und Lina Karlotta Heusinger von Waldegge entwickelten
die Performer*innen eigene Texte, Bewegungs- und Tanzsequenzen sowie Schauspielszenen. Wie ein roter Faden zog sich der Song „Better Get Ready“ der Künstlerperson Sakuri von ecstatic.cuties e.V. durch den Abend - ganz nach dem Motto: “Wir machen uns zusammen bereit für die Extreme dieser Zeit!”


Im Projekt ging es um das Thema Extreme – sowohl auf persönlicher als auch auf gesellschaftlicher Ebene. Die Gruppe setzte sich mit Leistungsdruck, Zeitstress,
extremen Gefühlen und der Wut über patriarchale Strukturen auseinander ( “Extrem scheiße ist es, wenn mein Nein nicht gehört wird!”) Gleichzeitig beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Themen wie Klimakrise, Grenzen, gesellschaftlicher Polarisierung sowie der Frage, wie Zusammenhalt entstehen kann und wie Menschen sich gegenseitig stärken können, um dem gesellschaftlichen Rechtsruck etwas entgegenzusetzen.


“Extrem” Extremer! Am Extremsten! Wann bist du von Grenzen so betroffen, dass sie dich interessieren?!”


Knisternde Rettungsdecken, eine Live-Kamera und die rohe, kraftvolle Energie der elf Performenden machten EXTREME zu einem außergewöhnlichen Theatererlebnis.
Im Anschluss an jede Vorstellung fand ein Nachgespräch statt. Publikum und Performende kamen gemeinsam auf der Bühne in einem großen Sitzkreis zusammen und tauschten sich über die Themen des Stücks aus. Dabei entstanden persönliche Begegnungen und Gespräche, die den Theaterabend über die Aufführung hinaus fortsetzten.


Auch im Publikum hinterließ das Stück Eindruck. Eine Zuschauerin äußerte den Wunsch: „Das Stück sollte öfter aufgeführt werden. Warum wird so etwas nicht in Schulen gespielt?“
Für die Gruppe ist mit EXTREME nicht nur ein Theaterstück entstanden, sondern auch ein Ensemble, das sich gegenseitig vertraut, unterstützt und den Mut gefunden hat, persönliche Geschichten mit einem Publikum zu teilen.


Das Projekt konnte realisiert werden dank der Förderung des LKB Hessens, des Kulturkoffers, dem Fachdienst Kultur der Stadt Marburg, dem Landkreis Marburg Biedenkopf,
der Sparkasse Marburg-Biedenkopf und dem ASTA der Philipps-Universität Marburg.

Bilder: Christian Lue

 
 

 

 


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