Und dann...

 ... ein Stück über Verlust und Neubeginn, über’s Loslassen und Finden.

Schlaglichtartig wurden Lebenssituationen der Spielfiguren beleuchtet, die alle mit Abschied oder Loslassen zu tun haben. Untermalt wurde die Szenencollage mit viel Live-Musik, Tanz und - 14 Koffern.

Zum Stück

Halten oder loslassen, gehen oder bleiben, weinen oder lachen? Abschied nehmen! Etwas will beendet werden und etwas Neues angepackt werden.
Gewohntes hinter uns zu lassen erzeugt Ängste aber auch Hoffnungen, was da wohl kommen möge. Neue Entscheidungen sind unsere ständigen Begleiter. Und jede Entscheidung gibt dem Leben eine Richtung - wo aber wollen wir hin? Wie können wir uns lösen, wie uns verändern, wie uns selbst gerecht werden, wie anderen?
Egal, wie wir das Blatt drehen oder wenden, unser Leben ist voller Abschiede. Wir lassen die Kindheit hinter uns, die Schulzeit, die Freunde.
Wir lassen die erste Liebe gehen und das Abenteuer kommen. Es sind neue Erfahrungen, die uns leiten, neue Freunde, die uns begleiten, neue Wege, die wir beschreiten. Ist es nicht das, was uns im Leben weiter bringt?
Wir sind erwartungsvoll und wissen um den nächsten Abschied, die nächste Veränderung…
Auch für NachtSicht war es ein letztes Mal in dieser Zusammensetzung.

Es spielten:
Katharina Faschinger, Heiko Forro, Denise Gatzweiler, Andreas Göller, Sophie Heidemann, Baran Igret, Dorothe Jarke, Sophia Neises, Ricarda Ramünke, Latoya Reitzner, Shari Schirdewan, Anna Schneider, Demet Seven und als Gast: Sascha Mahnel.

Regie, Bühnenbild und Technik:

Karin Winkelsträter


Assistenz:
Thorsten Büchner, Monika Saßmannshausen

Fotographie:
Monika Saßmannshausen

Pressespiegel „Und dann...“

marburgnews

 

Farbe an Szenen

Abschied und Neubeginn, Finden und Loslassen bestimmen die Schlüsselsituationen des menschlichen Daseins. Jeder neue Lebens-Abschnitt birgt Unsicherheiten.
Mit welchen Ängsten, Empfindungen und Gedanken dabei auch junge Menschen zu kämpfen haben, beleuchtete am Donnerstag (14. Januar) eindrucksvoll die Schülertheater-Gruppe "NachtSicht" in ihrem neuen Stück "Und dann...?". Die Schüler der Carl-Strehl-Schule (CSS) zeigten im ausverkauften G-Werk eine farbige Szenen-Collage, in deren thematischem Bogen sich wohl jeder Zuschauer wiederfand.

 

Da ist der überkorrekte Spießer, der nichts anderes kann, außer seinem toten Vater nachzueifern. Oder das ewige Kind, das sich mit Teddybär "Engelbert" in eine pseudo-elterliche Ersatzbeziehung flüchtet.

Die Abiturientin wiederum hat Angst vor dem Abschluss, weil sie dann alle liebgewonnenen Sicherheiten verliert. Wie schwer es ist, "blind draufloszugehen" und seinen Platz in dieser Welt zu finden, besingen alle in einem gemeinsamen Lied.
Welchen Beruf soll ich ergreifen? Was passiert, wenn mir meine Familie zuviel oder zuwenig Geborgenheit bietet?
Was hilft gegen Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper? Wie erlange ich Sicherheit in einer Welt der Unsicherheiten und Aufbrüche?
In kurzen Dialogen versuchen die Protagonisten, für sich Antworten auf diese Fragen zu finden. Dabei geht es um nicht weniger als die Suche nach der eigenen Identität.
Dass diese Suche kein leichtes Unterfangen ist, stellten alle Schauspieler eindrucksvoll unter Beweis. Da wurde geweint, gezweifelt, geschrieen und hysterisch gelacht. (...)
Gleichzeitig war die Spielfreude der Gruppe so groß, dass die schweren Themen erstaunlich leichtfüßig daherkamen. Das Publikum kam dadurch immer wieder ins Schmunzeln.
Eine ausgefeilte Choreographie unterstützte das Spiel. Alle tollten so perfekt aufeinander abgestimmt über die Bühne, dass man keinem der Schüler seine Sehbehinderung anmerkte.
Auch musikalisch hatten die schülerischen Talente einiges zu bieten. In passenden Liedern mit teils mehrstimmigem Gesang umrahmten sie die einzelnen Szenen.
Latoya Reitzner klang in ihrer Interpretation des Songs "Beautiful" von Christina Aguilera fast besser als das Original. Heiko Forro begleitete die Songs virtuos mal an der Gitarre, mal am Akkordeon.
Jeder Neuanfang birgt neben Risiken auch Chancen, lautete die ermutigende Botschaft am Ende des Stücks. Nicht nur für die vier Abiturienten, die die Gruppe bald verlassen müssen, sind die Szenen dadurch nah am Leben.
Alle Dialoge sind geprägt von eigenen Erlebnissen der Schüler. Das Stück lag ihnen so am Herzen, dass sie mit Regisseurin Karin Winkelsträter für die Proben sogar teilweise ihre Weihnachtsferien geopfert haben.
Dieses Engagement merkte man der Aufführung jederzeit an. (...)
Christian Haas - 15.01.2010


Marburger Neue Zeitung, 20.01.2010

Einzigartigkeit macht den Reiz aus


Und dann? Das ist sicherlich eine Frage, die sich jeder schon einmal stellt, wenn im Leben eine Veränderung ansteht. 13 Schüler der Marburger Carl-Strehl-Schule haben in einem abwechslungsreichen Theater stück ihre Gedanken zum Thema Abschied und Neubeginn verarbeitet. Gast Sascha Mahnel unterstützte sie dabei.

(...) Seinen besonderen Reiz hat das Stück in seiner Einzigartigkeit. Denn nicht nur die Leistung der jungen, sehbehinderten Darsteller faszinierten die Zuschauer, sondern auch die Erzählung ganz persönlicher Geschichten. (...) An einem Wochenende hat sich die Gruppe intensiv mit dem Thema Abschied auseinandergesetzt und es wurde frei improvisiert. In der kurzen Vorbereitungszeit von ungefähr drei Monaten haben die Schauspieler ein Stück auf die Beine gestellt, in dem jeder seine eigenen Gedanken und Gefühle eingebracht hat.
So wird in „Und dann“ nicht nur der Abschied von den Eltern thematisiert, sondern auch ganz intime Probleme in der Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper oder dem Anderssein durch eine Behinderung. Es geht um die Gedanken, die aufkommen, wenn man sich auf die Reise in einen neuen Lebensabschnitt begibt. Dabei hat nicht nur jeder seinen eigenen Koffer ständig dabei, sondern eben auch seine ganz individuellen Wünsche und Hoffnungen. Mit Gedichten, Dialogen, Liedern und Tänzen haben die Schüler der neunten bis 13. Klasse ein abwechslungsreiches Stück geschaffen. (...).
 

 

Oberhessische Presse 21.01.2010

Abschied von Teddy und Schuhgröße 36

„As times goes by“: Wie schnell die Zeit vergeht und was es heißt, Abschied zu nehmen, zeigte die ACTeasy-Theatergruppe „Nachtsicht“ der Deutschen Blindenstudienanstalt (BIiStA) bei der Premiere von „Und dann...“.
von Karolin Krämer

(...) War der Teddybär gestern noch der beste Freund, so heißt es schon am nächsten Tag Abschied nehmen. Die Koffer sind bereits gepackt. Noch ein paar Erinnerungsfotos zum Schluss, und los geht die Reise auf dem Weg zum Erwachsenwerden - „Adieu, Schuhgröße 36!“ (...)
Doch wie wird das Leben beispielsweise nach der Rückkehr aus Amerika sein? Und ist Modedesign wirklich das richtige Studium? (...)
Ob Konflikte in Familie, Freundeskreis oder mit dem eigenen Körper: Verbunden sind die aufgeführten „Einzelschicksale" - ob nun das des Alkoholikers Ringo oder des Spießers Kai-Uwe - alle durch gemeinsame Probleme wie Verletzlichkeit und Unsicherheit, die sie auf dein Weg zum Erwachsenwerden begleiten.
Doch es scheint, als gäbe es für jede Lebenslage das passende Lied. (...)
Überhaupt verliehen die zahlreichen Gesangsstücke und Lieder neben den ausdrucksvollen Tanzeinlagen dem gesamten Stück einen musicalähnlichen Charakter.
Grund zur Freude über die gelungene Premieren-Aufführung hatten die „NachtSichtler", wie laute Jubelschreie hinter der Bühne erahnen ließen (...) - zu Recht.



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